| author | Carsten Gips (HSBI) |
|---|---|
| title | Testen mit JUnit (JUnit-Basics) |
::: tldr
In JUnit 4 und 5 werden Testmethoden mit Hilfe der Annotation @Test ausgezeichnet.
Über die verschiedenen assert*()-Methoden kann das Testergebnis mit dem erwarteten
Ergebnis verglichen werden und entsprechend ist der Test "grün" oder "rot". Mit den
verschiedenen assume*()-Methoden kann dagegen geprüft werden, ob eventuelle
Vorbedingungen für das Ausführen eines Testfalls erfüllt sind - anderenfalls wird
der Testfall dann übersprungen.
Mit Hilfe von @Before und @After können Methoden gekennzeichnet werden, die
jeweils vor jeder Testmethode und nach jeder Testmethode aufgerufen werden. Damit
kann man seine Testumgebung auf- und auch wieder abbauen (JUnit 4).
Erwartete Exceptions lassen sich in JUnit 4 mit einem Parameter expected in der
Annotation @Test automatisch prüfen: @Test(expected=package.Exception.class). In
JUnit 4 besteht die Möglichkeit, Testklassen zu Testsuiten zusammenzufassen und
gemeinsam laufen zu lassen.
:::
::: youtube
- VL JUnit Basics
- Demo assume() vs. assert()
- Demo Parametrisierte Tests mit JUnit4
- Demo Parametrisierte Tests mit JUnit5 :::
Klasse org.junit.Assert enthält diverse statische Methoden zum Prüfen:
\bigskip
// Argument muss true bzw. false sein
void assertTrue(boolean);
void assertFalse(boolean);
// Gleichheit im Sinne von equals()
void assertEquals(Object, Object);
// Test sofort fehlschlagen lassen
void fail();
...- Mit
assert*werden Testergebnisse geprüft- Test wird ausgeführt
- Ergebnis: OK, Failure, Error
\bigskip
- Mit
assume*werden Annahmen über den Zustand geprüft- Test wird abgebrochen, wenn Annahme nicht erfüllt
- Prüfen von Vorbedingungen: Ist der Test hier ausführbar/anwendbar?
[Beispiel: junit4.TestAssume]{.ex href="https://github.com/Programmiermethoden-CampusMinden/PM-Lecture/blob/master/markdown/testing/src/junit4/TestAssume.java"}
private Studi x;
@Before
public void setUp() { x = new Studi(); }
@Test
public void testToString() {
// Studi x = new Studi();
assertEquals(x.toString(), "Heinz (15cps)");
}\bigskip
@Before
: wird vor jeder Testmethode aufgerufen
@BeforeClass
: wird einmalig vor allen Tests aufgerufen (static!)
@After
: wird nach jeder Testmethode aufgerufen
@AfterClass
: wird einmalig nach allen Tests aufgerufen (static!)
::: notes In JUnit 5 wurden die Namen dieser Annotationen leicht geändert:
| JUnit 4 | JUnit 5 |
|---|---|
@Before |
@BeforeEach |
@After |
@AfterEach |
@BeforeClass |
@BeforeAll |
@AfterClass |
@AfterAll |
| ::: |
::: notes
Annahme: alle/viele Testmethoden brauchen neues Objekt x vom Typ Studi
private Studi x;
@Before
public void setUp() {
x = new Studi("Heinz", 15);
}
@Test
public void testToString() {
// Studi x = new Studi("Heinz", 15);
assertEquals(x.toString(), "Name: Heinz, credits: 15");
}
@Test
public void testGetName() {
// Studi x = new Studi("Heinz", 15);
assertEquals(x.getName(), "Heinz");
}:::
:::::: notes
- Hinzufügen der Annotation
@Ignore - Alternativ mit Kommentar:
@Ignore("Erst im nächsten Release")
\bigskip
::::: columns ::: {.column width="52%"}
@Ignore("Warum ignoriert")
@Test
public void testBsp() {
Bsp x = new Bsp();
assertTrue(x.isTrue());
}:::
::: {.column width="48%"}
{width="80%" web_width="40%"}
:::
:::::
In JUnit 5 wird statt der Annotation @Ignore die Annotation @Disabled mit der
selben Bedeutung verwendet. Auch hier lässt sich als Parameter ein String mit dem
Grund für das Ignorieren des Tests hinterlegen.
::::::
::: notes
- Testfälle werden nacheinander ausgeführt
- Test mit Endlosschleife würde restliche Tests blockieren
- Erweitern der
@Test-Annotation mit Parameter "timeout":\newline{=tex} =>@Test(timeout=2000)(Zeitangabe in Millisekunden) :::
::::: columns ::: {.column width="52%"} \vspace{6mm}
@Test(timeout = 2000)
void testTestDauerlaeufer() {
while (true) { ; }
}:::
::: {.column width="44%"}
{width="80%" web_width="40%"}
:::
:::::
::: notes
In JUnit 5 hat die Annotation @Test keinen timeout-Parameter mehr. Als
Alternative bietet sich der Einsatz von
org.junit.jupiter.api.Assertions.assertTimeout an. Dabei benötigt man allerdings
Lambda-Ausdrücke (Verweis auf spätere VL):
@Test
void testTestDauerlaeufer() {
assertTimeout(ofMillis(2000), () -> {
while (true) { ; }
});
}(Beispiel von oben mit Hilfe von JUnit 5 formuliert) :::
::: notes
Traditionelles Testen von Exceptions mit try und catch:
:::
@Test
public void testExceptTradit() {
try {
int i = 0 / 0;
fail("keine ArithmeticException ausgeloest");
} catch (ArithmeticException aex) {
assertNotNull(aex.getMessage());
} catch (Exception e) {
fail("falsche Exception geworfen");
}
}\pause \bigskip
::: notes
Der expected-Parameter für die @Test-Annotation in JUnit 4 macht dies deutlich
einfacher: @Test(expected = MyException.class) => Test scheitert, wenn diese
Exception nicht geworfen wird
:::
@Test(expected = java.lang.ArithmeticException.class)
public void testExceptAnnot() {
int i = 0 / 0;
}::: notes
In JUnit 5 hat die Annotation @Test keinen expected-Parameter mehr. Als
Alternative bietet sich der Einsatz von
org.junit.jupiter.api.Assertions.assertThrows an. Dabei benötigt man allerdings
Lambda-Ausdrücke (Verweis auf spätere VL):
@Test
public void testExceptAnnot() {
assertThrows(java.lang.ArithmeticException.class, () -> {
int i = 0 / 0;
});
}(Beispiel von oben mit Hilfe von JUnit 5 formuliert) :::
::: notes Manchmal möchte man den selben Testfall mehrfach mit anderen Werten (Parametern) durchführen. :::
class Sum {
public int sum(int i, int j) {
return i + j;
}
}
class SumTest {
@Test
public void testSum() {
Sum s = new Sum();
assertEquals(s.sum(1, 1), 2);
}
// und mit (2,2, 4), (2,2, 5), ...????
}::: notes Prinzipiell könnte man dafür entweder in einem Testfall eine Schleife schreiben, die über die verschiedenen Parameter iteriert. In der Schleife würde dann jeweils der Aufruf der zu testenden Methode und das gewünschte Assert passieren. Alternativ könnte man den Testfall entsprechend oft duplizieren mit jeweils den gewünschten Werten.
Beide Vorgehensweisen haben Probleme: Im ersten Fall würde die Schleife bei einem Fehler oder unerwarteten Ergebnis abbrechen, ohne dass die restlichen Tests (Werte) noch durchgeführt würden. Im zweiten Fall bekommt man eine unnötig große Anzahl an Testmethoden, die bis auf die jeweiligen Werte identisch sind (Code-Duplizierung). :::
::: notes
JUnit 4 bietet für dieses Problem sogenannte "parametrisierte Tests" an. Dafür muss eine Testklasse in JUnit 4 folgende Bedingungen erfüllen:
- Die Testklasse wird mit der Annotation
@RunWith(Parameterized.class)ausgezeichnet. - Es muss eine öffentliche statische Methode geben mit der Annotation
@Parameters. Diese Methode liefert eine Collection zurück, wobei jedes Element dieser Collection ein Array mit den Parametern für einen Durchlauf der Testmethoden ist. - Die Parameter müssen gesetzt werden. Dafür gibt es zwei Varianten:
a) Für jeden Parameter gibt es ein öffentliches Attribut. Diese Attribute
müssen mit der Annotation
@Parametermarkiert sein und können in den Testmethoden normal genutzt werden. JUnit sorgt dafür, dass für jeden Eintrag in der Collection aus der statischen@Parameters-Methode diese Felder gesetzt werden und die Testmethoden aufgerufen werden. b) Alternativ gibt es einen Konstruktor, der diese Werte setzt. Die Anzahl der Parameter im Konstruktor muss dabei exakt der Anzahl (und Reihenfolge) der Werte in jedem Array in der von der statischen@Parameters-Methode gelieferten Collection entsprechen. Der Konstruktor wird für jeden Parametersatz einmal aufgerufen und die Testmethoden einmal durchgeführt.
Letztlich wird damit das Kreuzprodukt aus Testmethoden und Testdaten durchgeführt. :::
::: slides
@RunWith(Parameterized.class)
public class SumTestConstructor {
private final int s1;
private final int s2;
private final int erg;
public SumTestConstructor(int p1, int p2, int p3) { s1 = p1; s2 = p2; erg = p3; }
@Parameters
public static Collection<Object[]> values() {
return Arrays.asList(new Object[][] { { 1, 1, 2 }, { 2, 2, 4 }, { 2, 2, 5 } });
}
@Test
public void testSum() {
assertEquals(Sum.sum(s1, s2), erg);
}
}@RunWith(Parameterized.class)
public class SumTestParameters {
@Parameter(0) public int s1;
@Parameter(1) public int s2;
@Parameter(2) public int erg;
@Parameters
public static Collection<Object[]> values() {
return Arrays.asList(new Object[][] { { 1, 1, 2 }, { 2, 2, 4 }, { 2, 2, 5 } });
}
@Test
public void testSum() {
assertEquals(Sum.sum(s1, s2), erg);
}
}:::
[Beispiel: junit4.SumTestConstructor, junit4.SumTestParameters]{.ex href="https://github.com/Programmiermethoden-CampusMinden/PM-Lecture/tree/master/markdown/testing/src/junit4/"}
::: notes
In JUnit 5 werden parametrisierte Tests mit der Annotation @ParameterizedTest
gekennzeichnet (statt mit @Test).
Mit Hilfe von @ValueSource kann man ein einfaches Array von Werten (Strings oder
primitive Datentypen) angeben, mit denen der Test ausgeführt wird. Dazu bekommt die
Testmethode einen entsprechenden passenden Parameter:
@ParameterizedTest
@ValueSource(strings = {"wuppie", "fluppie", "foo"})
void testWuppie(String candidate) {
assertTrue(candidate.equals("wuppie"));
}Alternativ lassen sich als Parameterquelle u.a. Aufzählungen (@EnumSource) oder
Methoden (@MethodSource) angeben.
Hinweis: Parametrisierte Tests werden in JUnit 5 derzeit noch als "experimentell" angesehen!
[Beispiel: junit5.TestValueSource, junit5.TestMethodSource]{.ex href="https://github.com/Programmiermethoden-CampusMinden/PM-Lecture/tree/master/markdown/testing/src/junit5/"} :::
::: notes
Eclipse: New > Other > Java > JUnit > JUnit Test Suite
:::
import org.junit.runner.RunWith;
import org.junit.runners.Suite;
import org.junit.runners.Suite.SuiteClasses;
@RunWith(Suite.class)
@SuiteClasses({
// Hier kommen alle Testklassen rein
PersonTest.class,
StudiTest.class
})
public class MyTestSuite {
// bleibt leer!!!
}::: notes
In JUnit 5 gibt es zwei Möglichkeiten, Testsuiten zu erstellen:
@SelectPackages: Angabe der Packages, die für die Testsuite zusammengefasst werden sollen@SelectClasses: Angabe der Klassen, die für die Testsuite zusammengefasst werden sollen
@RunWith(JUnitPlatform.class)
@SelectClasses({StudiTest5.class, WuppieTest5.class})
public class MyTestSuite5 {
// bleibt leer!!!
}Zusätzlich kann man beispielsweise mit @IncludeTags oder @ExcludeTags
Testmethoden mit bestimmten Tags einbinden oder ausschließen. Beispiel: Schließe
alle Tests mit Tag "develop" aus: @ExcludeTags("develop"). Dabei wird an den
Testmethoden zusätzlich das Tag @Tag verwendet, etwas @Tag("develop").
Achtung: Laut der offiziellen Dokumentation (Abschnitt "4.4.4. Test
Suite")
gilt zumindest bei der Selection über @SelectPackages der Zwang zu einer
Namenskonvention: Es werden dabei nur Klassen gefunden, deren Name mit Test
beginnt oder endet! Weiterhin werden Testsuites mit der Annotation
@RunWith(JUnitPlatform.class) nicht auf der "JUnit 5"-Plattform ausgeführt,
sondern mit der JUnit 4-Infrastuktur!
:::
JUnit als Framework für (Unit-) Tests; hier JUnit 4 (mit Ausblick auf JUnit 5)
- Testmethoden mit Annotation
@Test assert(Testergebnis) vs.assume(Testvorbedingung)- Aufbau der Testumgebung
@Before - Abbau der Testumgebung
@After - Steuern von Tests mit
@Ignoreoder@Test(timout=XXX) - Exceptions einfordern mit
@Test(expected=package.Exception.class) - Tests zusammenfassen zu Testsuiten
::: readings
- @vogellaJUnit
- @junit4
- @Kleuker2019
- @Osherove2014
- @Spillner2012
- @fernunihagenJunit :::
::: outcomes
- k3: Steuern von Tests (ignorieren, zeitliche Begrenzung)
- k3: Prüfung von Exceptions
- k3: Aufbau von Testsuiten mit JUnit :::
::: quizzes
::: challenges
Schreiben Sie eine JUnit-Testklasse (JUnit 4.x oder 5.x) und testen Sie eine
ArrayList<String>. Prüfen Sie dabei, ob das Einfügen und Entfernen wie erwartet
funktioniert.
-
Initialisieren Sie in einer
setUp()-Methode das Testobjekt und fügen Sie zwei Elemente ein. Stellen Sie mit einer passendenassume*-Methode sicher, dass die Liste genau diese beiden Elemente enthält. DiesetUp()-Methode soll vor jedem Testfall ausgeführt werden. -
Setzen Sie in einer
tearDown()-Methode das Testobjekt wieder aufnullund stellen Sie mit einer passendenassume*-Methode sicher, dass das Testobjekt tatsächlichnullist. DietearDown()-Methode soll nach jedem Testfall ausgeführt werden. -
Schreiben Sie eine Testmethode
testAdd(). Fügen Sie ein weiteres Element zum Testobjekt hinzu und prüfen Sie mit einer passendenassert*-Methode, ob die Liste nach dem Einfügen den gewünschten Zustand hat: Die Länge der Liste muss 3 Elemente betragen und alle Elemente müssen in der richtigen Reihenfolge in der Liste stehen. -
Schreiben Sie eine Testmethode
testRemoveObject(). Entfernen Sie ein vorhandenes Element (über die Referenz auf das Objekt) aus dem Testobjekt und prüfen Sie mit einer passendenassert*-Methode, ob die Liste nach dem Entfernen den gewünschten Zustand hat: Die Liste darf nur noch das verbleibende Element enthalten. -
Schreiben Sie eine Testmethode
testRemoveIndex(). Entfernen Sie ein vorhandenes Element über dessen Index in der Liste und prüfen Sie mit einer passendenassert*-Methode, ob die Liste nach dem Entfernen den gewünschten Zustand hat: Die Liste darf nur noch das verbleibende Element enthalten. (Nutzen Sie zum Entfernen dieremove(int)-Methode der Liste.) -
Schreiben Sie zusätzlich einen parametrisierten JUnit-Test für die folgende Klasse:
import java.util.ArrayList; public class SpecialArrayList extends ArrayList<String> { public void concatAddStrings(String a, String b) { this.add(a + b); } }
Testen Sie, ob die Methode
concatAddStringsder KlasseSpecialArrayListdie beiden übergebenen Strings korrekt konkateniert und das Ergebnis richtig in die Liste einfügt. Testen Sie dabei mit mindestens den folgenden Parameter-Tripeln:a b expected "" "" "" "" "a" "a" "a" "" "a" "abc" "123" "abc123"
:::