| author | Carsten Gips (HSBI) |
|---|---|
| title | Observer-Pattern |
::: tldr Eine Reihe von Objekten möchte über eine Änderung in einem anderen ("zentralen") Objekt informiert werden. Dazu könnte das "zentrale" Objekt eine Zugriffsmethode anbieten, die die anderen Objekte regelmäßig abrufen ("pollen").
Mit dem Observer-Pattern kann man das aktive Polling vermeiden. Die interessierten Objekte "registrieren" sich beim "zentralen" Objekt. Sobald dieses eine Änderung erfährt oder Informationen bereitstehen o.ä., wird das "zentrale" Objekt alle registrierten Objekte über den Aufruf einer Methode benachrichtigen. Dazu müssen diese eine gemeinsame Schnittstelle implementieren.
Das "zentrale" Objekt, welches abgefragt wird, nennt man "Observable" oder "Subject". Die Objekte, die die Information abfragen möchten, nennt man "Observer". :::
::: youtube
::: notes Die Studierenden möchten nach einer Prüfung wissen, ob für einen bestimmten Kurs die/ihre Prüfungsergebnisse im LSF bereit stehen.
Dazu modelliert man eine Klasse LSF und implementiert eine Abfragemethode, die
dann alle Objekte regelmäßig aufrufen können. Dies sieht dann praktisch etwa so aus:
final Person[] persons = { new Lecturer("Frau Holle"),
new Student("Heinz"),
new Student("Karla"),
new Tutor("Kolja"),
new Student("Wuppie") };
final LSF lsf = new LSF();
for (Person p : persons) {
lsf.getGradings(p, "My Module"); // ???!
}:::
::: notes
Sie erstellen im LSF eine Methode register(), mit der sich interessierte Objekte
beim LSF registrieren können.
Zur Benachrichtigung der registrierten Objekte brauchen diese eine geeignete
Methode, die traditionell update() genannt wird.
:::
[Demo: observer]{.ex href="https://github.com/Programmiermethoden-CampusMinden/Prog2-Lecture/tree/master/lecture/pattern/src/observer/"}
::: notes
Im vorigen Beispiel wurde die Methode update() einfach der gemeinsamen Basisklasse
Person hinzugefügt. Normalerweise möchte man die Aspekte Person und Observer
aber sauber trennen und definiert sich dazu ein separates Interface Observer mit
der Methode update(), die dann alle "interessierten" Klassen (zusätzlich zur
bestehenden Vererbungshierarchie) implementieren.
Die Klasse für das zu beobachtende Objekt benötigt dann eine Methode register(),
mit der sich Observer registrieren können. Die Objektreferenzen werden dabei einfach
einer internen Sammlung hinzugefügt.
Häufig findet sich dann noch eine Methode unregister(), mit der sich bereits
registrierte Beobachter wieder abmelden können. Weiterhin findet man häufig eine
Methode notifyObservers(), die man von außen auf dem beobachteten Objekt aufrufen
kann und die dann auf allen registrierten Beobachtern deren Methoden update()
aufruft. (Dieser Vorgang kann aber auch durch eine sonstige Zustandsänderung im
beobachteten Objekt durchgeführt werden.)
In der Standarddefinition des Observer-Patterns nach [@Gamma2011] werden beim Aufruf
der Methode update() keine Werte an die Beobachter mitgegeben. Der Beobachter muss
sich entsprechend eine eigene Referenz auf das beobachtete Objekt halten, um dort
dann weitere Informationen erhalten zu können. Dies kann vereinfacht werden, indem
das beobachtete Objekt beim Aufruf der update()-Methode die Informationen als
Parameter mitgibt, beispielsweise eine Referenz auf sich selbst o.ä. ... Dies muss
dann natürlich im Observer-Interface nachgezogen werden.
Hinweis: Es gibt in Swing bereits die Interfaces Observer und Observable,
die aber als "deprecated" gekennzeichnet sind. Sinnvollerweise nutzen Sie nicht
diese Interfaces aus Swing, sondern implementieren Ihre eigenen Interfaces, wenn Sie
das Observer-Pattern einsetzen wollen!
:::
Observer-Pattern: Benachrichtige registrierte Objekte über Statusänderungen
\bigskip
- Interface
Observermit Methodeupdate() - Interessierte Objekte
- implementieren das Interface
Observer - registrieren sich beim zu beobachtenden Objekt (
Observable)
- implementieren das Interface
- Beobachtetes Objekt ruft auf allen registrierten Objekten
update()auf update()kann auch Parameter haben
::: readings
- @Nystrom2014 [Kap. 4]
- @Gamma2011 :::
::: outcomes
- k2: Ich kenne den Aufbau des Observer-Patterns und kann dies an einem Beispiel erklären
- k3: Ich kann das Observer-Pattern auf konkrete Beispiele (etwa den PM-Dungeon) anwenden :::
::: challenges Observer: Restaurant
Stellen Sie sich ein Restaurant vor, in welchem man nicht eine komplette Mahlzeit bestellt, sondern aus einzelnen Komponenten auswählen kann. Die Kunden bestellen also die gewünschten Komponenten, suchen sich einen Tisch und warten auf die Fertigstellung ihrer Bestellung. Da die Küche leider nur sehr klein ist, werden immer alle Bestellungen einer bestimmten Komponente zusammen bearbeitet - also beispielsweise werden alle bestellten Salate angerichtet oder die alle bestellten Pommes-Portionen zubereitet. Sobald eine solche Komponente fertig ist, werden alle Kunden aufgerufen, die diese Komponente bestellt haben ...
Modellieren Sie dies in Java. Nutzen Sie dazu das Observer-Pattern, welches Sie ggf. leicht anpassen müssen.
Observer: Einzel- und Großhandel
In den Vorgaben finden Sie ein Modell für eine Lieferkette zwischen Großhandel und Einzelhandel.
Wenn beim Einzelhändler eine Bestellung von einem Kunden eingeht
(Einzelhandel#bestellen), speichert dieser den Auftrag zunächst in einer Liste
ab. In regelmäßigen Abständen (Einzelhandel#loop) sendet der Einzelhändler die
offenen Bestellungen an seinen Großhändler (Grosshandel#bestellen). Hat der
Großhändler die benötigte Ware vorrätig, sendet er diese an den Einzelhändler
(Einzelhandel#empfangen). Dieser kann dann den Auftrag gegenüber seinem Kunden
erfüllen (keine Methode vorgesehen).
Anders als der Einzelhandel speichert der Großhandel keine Aufträge ab. Ist die benötigte Ware bei einer Bestellung also nicht oder nicht in ausreichender Zahl auf Lager, wird diese nicht geliefert und der Einzelhandel muss (später) eine neue Bestellung aufgeben.
Der Großhandel bekommt regelmäßig (Grosshandel#loop) neue Ware für die am
wenigsten vorrätigen Positionen.
Im aktuellen Modell wird der Einzelhandel nicht über den neuen Lagerbestand des Großhändlers informiert und kann daher nur "zufällig" neue Bestellanfragen an den Großhändler senden.
Verbessern Sie das Modell, indem Sie das Observer-Pattern integrieren. Wer ist
Observer? Wer ist Observable? Welche Informationen werden bei einem update
mitgeliefert?
Bauen Sie in alle Aktionen vom Einzelhändler und vom Großhändler passendes Logging ein.
Anmerkung: Sie dürfen nur die Vorgaben-Klassen Einzelhandel und Grosshandel
verändern, die anderen Vorgaben-Klassen dürfen Sie nicht bearbeiten. Sie können
zusätzlich benötigte eigene Klassen/Interfaces implementieren.
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