Ende der Siebzigerjahre veröffentlichte Christopher Alexander die Bücher „A Pattern Language“ und „A Timeless Way of Building“ (siehe Literatur), die das Konzept von Entwurfsmustern beziehungsweise Pattern-Sprachen einführten. Ein Pattern repräsentiert demzufolge eine bewährte architektonische Lösung für eine häufig wiederkehrende Aufgabe, weshalb Alexander nicht ohne Grund von „Quality without a Name“ spricht. Sein zweiter Band sollte sechzehn Jahre später zu der Pattern-Bewegung in der Software-Engineering-Community führen.
Im Jahr 1993 luden Grady Booch und Kent Beck mehrere Protagonisten aus der objektorientierten Szene zu einem Treffen ein, um ein gemeinsames Fundament für Software-Patterns zu schaffen. Veranstaltungsort war eine Berghütte in Colorado. Eines der Themen war die Fusion der Ideen Christopher Alexanders mit jüngeren Arbeiten von Erich Gamma als Basis für die Entwurfsmuster. Die Gründung einer Non-Profit-Organisation mit Fokus auf Software-Patterns, die den naheliegenden Namen Hillside Group erhielt, war ein weiteres Ergebnis des Retreat. Bis heute spielt diese Gruppe eine zentrale Rolle in der Pattern-Community. Aus ihr gingen zahlreiche Konferenzen zum Thema hervor, die so genannten PLoPs (Pattern Languages of Programming).
1994 veröffentlichten Erich Gamma, John Vlissides, Ralph Johnson und Richard Helm das Buch „Design Patterns: Elements of Reusable Object-Oriented Software“, in denen sie das Konzept von Entwurfsmustern auf die Programmierung anwendeten. Das Buch enthielt 23 Muster zur Lösung verschiedener Probleme des objektorientierten Designs und wurde sehr schnell zum Bestseller. Aufgrund seines langen Namens nannten die Leser es "das Buch der Gang of Four", das bald zu "das GoF-Buch" abgekürzt wurde.
Das GoF-Buch war revolutionär, da es viele zentrale Muster definierte und viele Details zur Intention der Muster lieferte sowie auch konkrete Codefragmente enthielt, um den vorgeschlagenen Implementierungsansatz zu verdeutlichen. Natürlich wurden auch noch nach Erscheinen des GoF-Buchs noch Dutzende weitere andere objektorientierte Muster entdeckt. Zu erwähnen wäre hier Martin Fowlers Buch „Patterns of Enterprise Application Architecture„. In seinem Buch identifiziert Fowler neue Muster und geht auch auf andere, weniger bekannte Muster ein.
Der „Musteransatz“ wurde in anderen Programmierbereichen sehr beliebt, so dass viele andere Muster jetzt auch außerhalb des objektorientierten Designs existieren.